Bewerbung fürs Schülerpraktikum: So gehst du vor
Für die meisten Schülerpraktika brauchst du eine kurze schriftliche Bewerbung: ein Anschreiben (eine Seite) und einen Lebenslauf (eine Seite). Zeugnisse werden nur verlangt, wenn der Betrieb ausdrücklich danach fragt. Keine Sorge: Niemand erwartet von dir Berufserfahrung – Betriebe wollen sehen, dass du dich wirklich für ihren Bereich interessierst und zuverlässig bist.
Früh dran sein lohnt sich: Beliebte Betriebe vergeben Praktikumsplätze oft Monate im Voraus. Ideal: 3–6 Monate vor dem Praktikumstermin bewerben – vor allem bei großen Unternehmen, Kliniken und Behörden.
Schritt 1: Den richtigen Betrieb finden
Überlege zuerst, welchen Beruf oder Bereich du kennenlernen willst – und such dir 3 bis 5 Betriebe heraus, bei denen du dich bewirbst. So bist du nicht aufgeschmissen, wenn es beim Wunschbetrieb nicht klappt. Aktuelle Praktikumsplätze findest du in unserer Praktikumssuche, sortiert nach Praktikumsberufen.
Schritt 2: Das Anschreiben – Aufbau mit Beispiel-Formulierungen
Dein Anschreiben passt auf eine Seite und beantwortet drei Fragen: Wer bist du? Warum dieser Betrieb? Warum dieser Bereich? Der bewährte Aufbau:
- Betreff: „Bewerbung um ein Schülerpraktikum vom [Datum] bis [Datum]“ – mit deinem Zeitraum, den die Schule vorgibt.
- Anrede: Wenn möglich mit Namen („Sehr geehrte Frau Müller“). Den Ansprechpartner findest du auf der Website des Betriebs oder du rufst kurz an.
- Einstieg (2–3 Sätze): Wer du bist und was du willst. Beispiel: „ich besuche die 9. Klasse der Beispiel-Realschule und absolviere vom 10. bis 21. März mein Schülerpraktikum. Ich interessiere mich sehr für handwerkliche Berufe und würde dieses gern in Ihrem Betrieb machen.“
- Warum dieser Betrieb (3–4 Sätze): Zeig, dass du dich informiert hast. Beispiel: „Besonders spannend finde ich, dass Sie neben klassischen Malerarbeiten auch Fassadengestaltung anbieten.“
- Was du mitbringst (2–3 Sätze): Hobbys, Schulfächer, Erfahrungen aus AGs oder Nebenjobs, die zum Bereich passen. Beispiel: „In meiner Freizeit helfe ich oft bei Renovierungen in der Familie mit – sorgfältiges Arbeiten macht mir Spaß.“
- Schluss: „Über eine Einladung zu einem kurzen Kennenlerngespräch freue ich mich. Mit freundlichen Grüßen“ – plus Unterschrift.
Schritt 3: Der Lebenslauf – kurz und übersichtlich
Für ein Schülerpraktikum reicht ein tabellarischer Lebenslauf auf einer Seite mit diesen Blöcken:
- Persönliche Daten: Name, Adresse, Telefon, E-Mail (seriöse Adresse!), Geburtsdatum.
- Schulbildung: Aktuelle Schule, Klasse, voraussichtlicher Abschluss.
- Kenntnisse & Interessen: Lieblingsfächer mit Bezug zum Praktikum, Computerkenntnisse, Sprachen, Hobbys.
- Erfahrungen (falls vorhanden): AGs, Vereine, Babysitten, Zeitungsaustragen, Schülerfirma – alles zählt, was Zuverlässigkeit zeigt.
Foto – ja oder nein? Ein Foto ist keine Pflicht. Wenn du eines nutzt, dann ein freundliches, aktuelles – kein Schnappschuss und kein stark gefiltertes Selfie.
Schritt 4: Abschicken – per E-Mail oder Post?
Heute üblich ist die E-Mail-Bewerbung: Anschreiben und Lebenslauf als EIN gemeinsames PDF (nicht als Word-Datei!), kurzer E-Mail-Text (2–3 Sätze), aussagekräftiger Betreff. Manche Handwerksbetriebe freuen sich auch über eine persönliche Abgabe – das zeigt Initiative. Bewirbst du dich über ein Online-Formular, halte dein PDF bereit.
Die 5 häufigsten Fehler – und wie du sie vermeidest
- Massen-Anschreiben: Gleicher Text an zehn Betriebe fällt sofort auf. Ändere mindestens den Absatz, warum du zu DIESEM Betrieb willst.
- Rechtschreibfehler: Lass Eltern, Geschwister oder Lehrer gegenlesen – zwei Augenpaare finden mehr.
- Falscher Ansprechpartner oder Firmenname: Copy-Paste-Falle Nummer eins. Vor dem Absenden doppelt prüfen.
- Unseriöse E-Mail-Adresse: Leg dir für Bewerbungen eine Adresse aus Vor- und Nachname zu.
- Zu spät bewerben: Wenige Wochen vor dem Termin sind viele Plätze weg – plane Monate ein.
Checkliste vor dem Absenden
- Betreff mit Praktikumszeitraum?
- Ansprechpartner mit Namen angeschrieben?
- Begründung, warum dieser Betrieb?
- Lebenslauf aktuell und eine Seite?
- Alles als ein PDF? Dateiname z. B. „Bewerbung_Vorname_Nachname.pdf“?
- Von jemandem gegenlesen lassen?
Nach dem Absenden: dranbleiben
Keine Antwort nach 1–2 Wochen? Ruf freundlich an und frag nach dem Stand – das wirkt interessiert, nicht aufdringlich. Bei einer Zusage: Termin bestätigen und klären, was du mitbringen sollst (z. B. Arbeitskleidung, Gesundheitszeugnis in Küche/Pflege). Bei einer Absage: kurz bedanken und den nächsten Betrieb anschreiben – deshalb bewirbst du dich parallel bei mehreren.
Übrigens: Was dir das Praktikum bringt und welche Rechte du dort hast, liest du im großen Schülerpraktikums-Guide. Ob dein Praktikum bezahlt wird, erfährst du unter Schülerpraktikum & Gehalt.