Das Pflichtpraktikum – Pflicht und Chance zugleich
In vielen Studiengängen ist ein Pflichtpraktikum fest in der Studienordnung verankert. Was zunächst nach einer lästigen Pflicht klingt, ist in Wirklichkeit eine der besten Chancen im Studium: Du sammelst Berufserfahrung, knüpfst Kontakte und findest heraus, ob dein Studienfach in der Praxis wirklich zu dir passt. Viele Absolventen berichten, dass ihr Pflichtpraktikum den Grundstein für ihre spätere Karriere gelegt hat.
Was du vor der Suche klären solltest
Bevor du mit der Suche loslegst, solltest du einige wichtige Fragen klären:
- Dauer: Wie viele Wochen oder Monate schreibt deine Studienordnung vor? Die Mindestdauer variiert je nach Studiengang zwischen vier Wochen und sechs Monaten.
- Zeitraum: In welchem Semester ist das Praktikum vorgesehen? Gibt es Semesterferien oder ein Praxissemester?
- Anforderungen: Gibt es inhaltliche Vorgaben? Muss das Praktikum fachbezogen sein? Braucht es eine Genehmigung vom Prüfungsamt?
- Betreuung: Musst du einen Praktikumsbetreuer an der Hochschule haben?
Diese Informationen findest du in deiner Studien- und Prüfungsordnung oder beim Praktikumsamt deiner Hochschule.
Wo du Praktikumsstellen findest
Hochschul-Ressourcen
Viele Hochschulen betreiben eigene Stellenbörsen oder haben ein Career Center, das Praktikumsplätze vermittelt. Nutze diese Angebote – sie sind oft auf deinen Studiengang zugeschnitten.
Online-Plattformen
Plattformen wie Praktikumsgenie, StepStone, Indeed oder Praktikum.info listen tausende Praktikumsstellen. Filtere nach Fachrichtung, Ort und Dauer, um passende Angebote zu finden.
Netzwerk und Eigeninitiative
Frage Kommilitonen, die ihr Praktikum schon absolviert haben, nach Empfehlungen. Viele der besten Stellen werden gar nicht ausgeschrieben, sondern über persönliche Kontakte vergeben. Auch Initiativbewerbungen können erfolgreich sein – vor allem bei kleineren Unternehmen.
Messen und Events
Besuche Karrieremessen und Unternehmenstage an deiner Hochschule. Dort kannst du direkt mit Personalern sprechen und dich über Praktikumsmöglichkeiten informieren.
Die Bewerbung für das Pflichtpraktikum
Die Bewerbung für ein Pflichtpraktikum im Studium ist professioneller als beim Schülerpraktikum. Deine Unterlagen sollten enthalten:
- Ein individuelles Anschreiben, das deine Motivation und relevante Studieninhalte beschreibt
- Einen aktuellen Lebenslauf mit bisherigen Erfahrungen
- Deine aktuelle Notenübersicht (Transcript of Records)
- Ggf. Arbeitszeugnisse oder Empfehlungsschreiben
Vergütung beim Pflichtpraktikum
Eine wichtige Besonderheit: Für Pflichtpraktika gilt der gesetzliche Mindestlohn nicht. Unternehmen dürfen Pflichtpraktikanten auch unbezahlt beschäftigen. In der Praxis zahlen aber viele Firmen trotzdem eine Vergütung – frage im Bewerbungsgespräch danach. Tipp: Wenn du in einer teuren Stadt praktizierst, erkundige dich nach Wohnkostenzuschüssen oder anderen Benefits.
Das Beste aus dem Praktikum herausholen
Ein Pflichtpraktikum ist mehr als nur eine Studienleistung. Nutze die Zeit aktiv:
- Netzwerke: Lerne so viele Kollegen wie möglich kennen und bleibe auch nach dem Praktikum in Kontakt
- Frage nach Verantwortung: Übernimm eigene Projekte, statt nur zuzuschauen
- Dokumentiere alles: Für den Praktikumsbericht, aber auch für deinen Lebenslauf
- Denke an die Zukunft: Viele Praktikanten werden später als Werkstudenten oder Festangestellte übernommen