Warum Feedback im Praktikum so wichtig ist
Ein Praktikum ohne Feedback ist wie ein Schultest ohne Noten – du weißt nicht, wo du stehst und was du verbessern kannst. Gutes Feedback hilft dir:
- Deine Stärken zu erkennen und auszubauen
- Deine Schwächen zu identifizieren und daran zu arbeiten
- Zu verstehen, ob der Beruf wirklich zu dir passt
- Dich für zukünftige Bewerbungen besser zu positionieren
- Einen bleibenden positiven Eindruck zu hinterlassen
Wann solltest du nach Feedback fragen?
Während des Praktikums
- Nach den ersten 2-3 Tagen: Kurzes Check-in – "Bin ich auf dem richtigen Weg? Gibt es etwas, das ich anders machen sollte?"
- Nach abgeschlossenen Aufgaben: "Wie fanden Sie meine Arbeit? Was kann ich nächstes Mal besser machen?"
- Zur Halbzeit: Ausführlicheres Gespräch über bisherige Leistungen und Verbesserungspotenzial
Am Ende des Praktikums
- Abschlussgespräch: Die meisten Betriebe bieten ein Abschlussgespräch an. Wenn nicht, frag aktiv danach!
- Letzte Woche: Ideal für ein 15-30 minütiges Feedback-Gespräch
Wie fragst du richtig?
Die richtige Formulierung
Nicht einfach "War ich gut?" fragen – das ist zu vage. Stattdessen konkrete Fragen stellen:
- "Was ist Ihnen positiv an meiner Arbeit aufgefallen?"
- "In welchen Bereichen sehen Sie Verbesserungspotenzial?"
- "Würden Sie sagen, dass der Beruf [Berufsbezeichnung] zu mir passt?"
- "Welche Fähigkeiten sollte ich noch entwickeln, wenn ich in diesem Bereich arbeiten möchte?"
- "Gibt es etwas, das Sie sich von mir gewünscht hätten?"
Der richtige Moment
- Nicht im Stress: Wähle einen ruhigen Moment, nicht mitten im Hektik
- Nicht vor anderen: Feedback-Gespräche sind besser unter vier Augen
- Vorher ankündigen: "Hätten Sie in den nächsten Tagen 10 Minuten Zeit für ein kurzes Feedback-Gespräch?"
Feedback richtig annehmen
Bei positivem Feedback
- Freuen, aber nicht abheben: "Danke, das freut mich sehr!" reicht
- Nachfragen: "Was genau hat Ihnen gefallen?" – so lernst du, was du beibehalten sollst
Bei kritischem Feedback
- Nicht rechtfertigen: Höre zu, bevor du antwortest
- Dankbar sein: "Danke für die ehrliche Rückmeldung, das hilft mir weiter."
- Nachfragen: "Haben Sie einen konkreten Tipp, wie ich das verbessern kann?"
- Nicht persönlich nehmen: Kritik bezieht sich auf deine Arbeit, nicht auf dich als Person
Selbstreflexion
Neben dem Feedback anderer ist die Selbstreflexion entscheidend. Stelle dir jeden Abend diese Fragen:
- Was habe ich heute gelernt?
- Was hat gut geklappt?
- Was war schwierig?
- Was möchte ich morgen anders machen?
- Fühle ich mich wohl in diesem Beruf?
Schreibe deine Gedanken in ein Praktikumstagebuch – das hilft auch beim Praktikumsbericht.
Feedback für den Praktikumsbericht nutzen
Das Feedback deines Betreuers ist Gold wert für deinen Praktikumsbericht. Du kannst daraus ableiten:
- Was deine Stärken und Schwächen sind
- Was du über den Beruf gelernt hast
- Ob der Beruf zu deinen Zukunftsplänen passt
- Was du im nächsten Praktikum anders machen würdest
Wenn kein Feedback kommt
Manche Betreuer geben von sich aus kein Feedback. Das bedeutet nicht, dass du schlecht warst – oft fehlt einfach die Zeit oder die Routine. In dem Fall:
- Aktiv fragen: "Ich würde mich über ein kurzes Feedback freuen. Haben Sie 5 Minuten?"
- Konkreter werden: Statt "Wie war ich?" frage: "War meine Arbeit an [konkretem Projekt] ok?"
- Nicht aufgeben: Manche Menschen brauchen eine zweite Aufforderung
Fazit
Feedback aktiv einzufordern ist kein Zeichen von Unsicherheit, sondern von Professionalität. Du zeigst damit, dass dir deine Entwicklung wichtig ist und du das Praktikum ernst nimmst. Frag frühzeitig, höre aufmerksam zu und nutze die Rückmeldung für deine Zukunft – egal ob positiv oder kritisch.