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Praktikum allgemein15. Januar 2026

Mehrere Praktika machen: Sinnvoll oder Zeitverschwendung?

Lohnt es sich, mehrere Praktika in verschiedenen Branchen zu machen? Erfahre, wann mehrere Praktika sinnvoll sind und wie du sie strategisch planst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mehrere Praktika in verschiedenen Branchen helfen bei der Berufsorientierung
  • Vielfalt ist wichtiger als Wiederholung im gleichen Berufsfeld
  • Zwei bis vier Praktika in unterschiedlichen Bereichen sind eine gute Orientierung
  • Jedes Praktikum sollte systematisch ausgewertet und reflektiert werden
  • Plane Praktika so, dass Schule und Erholung nicht zu kurz kommen
  • Auch Schnuppertage und Girls'/Boys' Day zählen als wertvolle Berufserfahrung
  • Kontakte aus Praktika können später bei der Ausbildungssuche helfen

Mehrere Praktika: Strategie statt Zufall

Ein Praktikum ist gut – aber sind mehrere Praktika besser? Die kurze Antwort: Ja, wenn du es richtig angehst. Mehrere Praktika in verschiedenen Branchen oder Berufen können dir enorm dabei helfen, den richtigen Berufsweg für dich zu finden. Aber es gibt auch Situationen, in denen ein weiteres Praktikum wenig Sinn ergibt. In diesem Ratgeber erfährst du, wann sich mehrere Praktika lohnen, wie du sie sinnvoll planst und worauf du achten solltest.

Warum mehrere Praktika sinnvoll sind

Stell dir vor, du probierst in einer Eisdiele nur eine einzige Sorte und entscheidest dich dann für den Rest deines Lebens dafür. Klingt absurd, oder? Genauso wenig solltest du dich nach einem einzigen Praktikum auf einen Beruf festlegen. Hier sind die wichtigsten Gründe für mehrere Praktika:

1. Verschiedene Berufsfelder kennenlernen

Die Berufswelt ist unglaublich vielfältig. Was du dir unter einem Beruf vorstellst und wie der Arbeitsalltag tatsächlich aussieht, sind oft zwei verschiedene Dinge. Durch Praktika in unterschiedlichen Branchen bekommst du ein realistisches Bild verschiedener Berufe und kannst viel besser einschätzen, was zu dir passt.

2. Eigene Stärken und Interessen entdecken

Vielleicht merkst du erst im zweiten oder dritten Praktikum, was dich wirklich begeistert. Manchen Jugendlichen liegt der Umgang mit Menschen, andere entdecken ihre Leidenschaft für Technik oder kreative Arbeit. Jedes Praktikum ist ein Puzzleteil auf dem Weg zu deiner Berufsentscheidung.

3. Bessere Bewerbungschancen

Mehrere Praktika in deinem Lebenslauf zeigen potenziellen Arbeitgebern, dass du engagiert, neugierig und eigeninitiativ bist. Besonders wenn die Praktika eine logische Entwicklung erkennen lassen – zum Beispiel von einer breiten Orientierung hin zu einer Spezialisierung.

4. Netzwerk aufbauen

Mit jedem Praktikum lernst du neue Menschen kennen. Ehemalige Betreuerinnen und Betreuer, Kolleginnen und Kollegen – sie alle können dir später bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz, einem Job oder einem weiteren Praktikum helfen. Kontakte sind in der Berufswelt Gold wert.

Wann mehrere Praktika wenig Sinn ergeben

Mehrere Praktika sind nicht immer die beste Wahl. In folgenden Situationen solltest du dir überlegen, ob ein weiteres Praktikum wirklich nötig ist:

  • Du weißt bereits sicher, welchen Beruf du ergreifen möchtest – dann ist ein gezieltes, längeres Praktikum in genau diesem Bereich sinnvoller
  • Deine Praktika waren bisher alle im gleichen Berufsfeld – dann bringt ein weiteres Praktikum dort wenig Neues. Wechsle lieber die Branche
  • Du machst Praktika nur, um deinen Lebenslauf zu füllen, ohne echtes Interesse – das merken Betriebe und es bringt dir persönlich nichts
  • Du vernachlässigst die Schule wegen zu vieler Praktika – dein Schulabschluss hat Priorität

Die richtige Strategie: So planst du mehrere Praktika

Schritt 1: Bestandsaufnahme

Bevor du dein nächstes Praktikum planst, nimm dir Zeit für eine ehrliche Selbstreflexion:

  • Was hat dir an deinen bisherigen Praktika gefallen, was nicht?
  • Welche Tätigkeiten haben dir Spaß gemacht?
  • In welchem Arbeitsumfeld fühlst du dich wohl? (Büro, Werkstatt, draußen, mit Menschen...)
  • Welche Berufsfelder interessieren dich, die du noch nicht ausprobiert hast?

Schritt 2: Vielfalt statt Wiederholung

Versuche, deine Praktika so zu planen, dass du möglichst unterschiedliche Erfahrungen sammelst. Ein guter Plan könnte so aussehen:

  • Erstes Praktikum: In einem Bereich, der dich spontan interessiert
  • Zweites Praktikum: In einem ganz anderen Bereich – vielleicht etwas, das du dir vorher nie vorgestellt hättest
  • Drittes Praktikum: In dem Bereich, der dir am besten gefallen hat – jetzt gezielt und vielleicht länger

Schritt 3: Timing beachten

Mehrere Praktika bedeuten Zeitaufwand. Plane sie so, dass du weder die Schule noch deine Freizeit komplett aufgibst:

  • Schulpraktika sind zeitlich durch die Schule vorgegeben
  • Freiwillige Praktika kannst du in den Ferien machen
  • Ferienpraktika sollten nicht alle Ferien füllen – du brauchst auch Erholung
  • Langzeitpraktika (z. B. ein Nachmittag pro Woche) können auch während der Schulzeit laufen

Verschiedene Branchen testen: Ideen für Praktikumskombinationen

Um dir Inspiration zu geben, hier einige sinnvolle Praktikumskombinationen, die verschiedene Berufsfelder abdecken:

  • Handwerk + Büro: Erlebe den Unterschied zwischen praktischer und administrativer Arbeit
  • Soziales + Technik: Finde heraus, ob du lieber mit Menschen oder mit Maschinen arbeitest
  • Kreativ + Kaufmännisch: Teste deine kreative und deine organisatorische Seite
  • Gesundheit + IT: Zwei Wachstumsbranchen mit völlig unterschiedlichem Arbeitsalltag
  • Großunternehmen + kleiner Betrieb: Erlebe, wie sich die Betriebsgröße auf den Arbeitsalltag auswirkt

So wertest du deine Praktika aus

Nach jedem Praktikum solltest du dir Zeit nehmen, um deine Erfahrungen systematisch auszuwerten. Stelle dir folgende Fragen:

  • Könnte ich mir vorstellen, in diesem Beruf zu arbeiten? Warum ja, warum nein?
  • Was waren die drei besten Erfahrungen im Praktikum?
  • Was hat mir gar nicht gefallen?
  • Welche Fähigkeiten konnte ich einsetzen oder entwickeln?
  • Möchte ich mehr über diesen Bereich erfahren?

Schreibe deine Antworten auf – am besten in einem Praktikumstagebuch. So hast du nach mehreren Praktika einen guten Überblick über deine Erfahrungen und kannst sie miteinander vergleichen.

Wie viele Praktika sind genug?

Es gibt keine feste Regel, wie viele Praktika man machen sollte. Für die meisten Jugendlichen sind zwei bis vier Praktika in verschiedenen Bereichen eine gute Orientierung. Dabei zählen nicht nur formelle Praktika – auch Schnuppertage, Girls'/Boys' Day oder Ferienjobs geben dir wertvolle Einblicke in die Berufswelt.

Entscheidend ist nicht die Anzahl, sondern die Qualität deiner Praktikumserfahrungen. Ein gut reflektiertes Praktikum bringt dir mehr als drei Praktika, bei denen du nur die Zeit absitzt.

Fazit

Mehrere Praktika in verschiedenen Branchen sind eine hervorragende Strategie zur Berufsorientierung. Sie helfen dir, deine Stärken zu entdecken, verschiedene Arbeitsumfelder kennenzulernen und eine fundierte Berufsentscheidung zu treffen. Plane deine Praktika strategisch, werte jedes Einzelne sorgfältig aus und achte darauf, dass Vielfalt im Vordergrund steht. So machst du aus jedem Praktikum einen wertvollen Schritt auf deinem Weg in die Berufswelt.

Häufige Fragen

Wie viele Praktika sollte ich mindestens machen?
Eine feste Zahl gibt es nicht, aber für eine gute Berufsorientierung empfehlen sich mindestens zwei bis drei Praktika in unterschiedlichen Bereichen. Das Pflichtpraktikum der Schule allein reicht oft nicht aus, um sich einen umfassenden Überblick über die Berufswelt zu verschaffen. Nutze die Ferien für zusätzliche freiwillige Praktika.
Sehen zu viele Praktika im Lebenslauf schlecht aus?
Nein, im Gegenteil – besonders als Schüler zeigen mehrere Praktika, dass du engagiert und an deiner beruflichen Zukunft interessiert bist. Wichtig ist nur, dass die Praktika eine gewisse Vielfalt oder eine erkennbare Entwicklung zeigen. Wenn du zehn Praktika hast, aber alle im gleichen Bereich, könnte das den Eindruck von Unentschlossenheit erwecken.
Sollte ich in den gleichen Betrieb für ein zweites Praktikum gehen?
Das kann sinnvoll sein, wenn dir der Betrieb sehr gut gefallen hat und du dort eine vertiefte Erfahrung machen möchtest – zum Beispiel in einer anderen Abteilung. Besonders wenn du dich für eine Ausbildung in diesem Betrieb bewirbst, zeigt ein zweites Praktikum ernsthaftes Interesse. Für die reine Berufsorientierung ist es aber besser, verschiedene Betriebe kennenzulernen.
Kann ich auch während der Schulzeit ein freiwilliges Praktikum machen?
Ja, das ist grundsätzlich möglich – zum Beispiel als Nachmittagspraktikum oder an einem festen Tag pro Woche. Voraussetzung ist, dass deine Schulpflicht nicht verletzt wird und deine schulischen Leistungen nicht darunter leiden. Sprich mit deiner Schule und deinen Eltern, bevor du ein solches Praktikum planst. In den Ferien ist ein freiwilliges Praktikum unkomplizierter.

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Stand: Januar 2026· Alle Angaben ohne Gewähr