Warum die richtige Kleidung im Praktikum wichtig ist
Kleidung ist mehr als nur Stoff – sie sendet Signale. Im Praktikum zeigst du mit deinem Outfit, dass du die Arbeitsumgebung ernst nimmst und dich respektvoll verhältst. Ein angemessener Dresscode hilft dir, dich in das Team einzufügen und professionell wahrgenommen zu werden.
Dabei geht es nicht darum, teure Designerkleidung zu tragen. Es geht darum, sauber, gepflegt und der Branche entsprechend gekleidet zu sein. Was in einer Werbeagentur cool wirkt, kann in einer Bank fehl am Platz sein – und umgekehrt.
Dresscode nach Branche
Büro und Verwaltung
In klassischen Bürojobs – ob in der Stadtverwaltung, bei einer Versicherung oder in einer Steuerberatung – ist Business Casual die sichere Wahl. Das bedeutet:
- Für alle: Ordentliche Hose (Chino, Stoffhose), saubere Schuhe, gebügelte Oberteile
- Gut geeignet: Hemden, Blusen, Pullover, schlichte T-Shirts ohne großes Logo
- Eher nicht: Jogginghose, Flip-Flops, bauchfreie Tops, zerrissene Jeans
In konservativeren Branchen wie Banken, Anwaltskanzleien oder Versicherungen wird häufig sogar ein Anzug oder ein Kostüm erwartet. Informiere dich vorher, um nicht underdressed aufzutauchen.
Handwerk und Werkstatt
Im Handwerk stellt der Betrieb in der Regel Arbeitskleidung und Sicherheitsausrüstung. Trotzdem solltest du darunter bequeme und robuste Kleidung tragen, die schmutzig werden darf. Wichtig:
- Sicherheitsschuhe sind in vielen Werkstätten Pflicht – frage vorher, ob du eigene brauchst oder welche gestellt bekommst
- Trage keine losen Kleidungsstücke, die sich in Maschinen verfangen können
- Lange Haare zusammenbinden
- Schmuck (Ringe, Ketten, Ohrringe) kann gefährlich sein und sollte abgelegt werden
Medizin und Pflege
In Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeheimen bekommst du meistens Berufskleidung (Kasack) gestellt. Darunter trägst du bequeme Kleidung. Achte auf:
- Bequeme, geschlossene Schuhe mit rutschfester Sohle
- Keinen auffälligen Schmuck – Hygienevorschriften beachten
- Gepflegte Hände und kurze Fingernägel
- Kein starkes Parfüm – Patienten können empfindlich reagieren
Einzelhandel und Gastronomie
Im Einzelhandel ist gepflegte Alltagskleidung meist ausreichend. Manche Geschäfte haben eigene Poloshirts oder Schürzen. In der Gastronomie bekommst du oft eine Uniform. Grundregel:
- Saubere, fleckenfreie Kleidung
- Bequeme Schuhe – du wirst viel stehen und laufen
- Im Lebensmittelbereich: Haarnetze und ggf. Handschuhe sind Pflicht
Kreativbranche und Startups
In Werbeagenturen, Designstudios oder Tech-Startups herrscht oft ein lockerer Dresscode. Jeans und Sneaker sind hier völlig normal. Trotzdem solltest du am ersten Tag lieber etwas ordentlicher erscheinen und den Dresscode erst beobachten, bevor du dich anpasst.
Kindergarten und Schule
Wenn du dein Praktikum in einem Kindergarten oder einer Grundschule machst, ist bequeme und strapazierfähige Kleidung ideal. Du wirst auf dem Boden sitzen, basteln, draußen spielen – da sollte die Kleidung mitmachen können. Verzichte auf teure Stücke, die Farbe oder Kleber abbekommen könnten.
Die goldenen Regeln: Do's und Don'ts
Do's – Das geht immer
- Saubere, gebügelte Kleidung – der absolute Grundstandard
- Geschlossene Schuhe – in fast allen Branchen die sichere Wahl
- Neutrale Farben – Schwarz, Dunkelblau, Grau, Weiß wirken immer professionell
- Dezenter Schmuck – weniger ist mehr im Arbeitsumfeld
- Am Dresscode der Kolleginnen und Kollegen orientieren – nach dem ersten Tag weißt du Bescheid
- Wechselkleidung im Spind – gerade bei Outdoor-Arbeit oder wechselhaftem Wetter sinnvoll
Don'ts – Das lieber vermeiden
- Flip-Flops und offene Sandalen – im Arbeitsumfeld fast nie angemessen
- Jogginghose – auch wenn sie bequem ist, wirkt sie im Praktikum unprofessionell
- Tiefe Ausschnitte oder bauchfreie Tops – zu freizügig für den Arbeitsplatz
- Provokante Aufdrucke oder Slogans – politische oder anstößige Motive vermeiden
- Zu viel Parfüm oder Aftershave – kann Kolleginnen und Kollegen stören
- Dreckige oder kaputte Kleidung – gepflegt heißt auch intakt
- Mützen und Caps im Innenbereich – in den meisten Betrieben nicht erwünscht
Was tun, wenn du unsicher bist?
Die einfachste Lösung: Frag nach! Ruf vor deinem ersten Tag bei deiner Ansprechperson an und frage, ob es einen bestimmten Dresscode gibt oder ob Arbeitskleidung gestellt wird. Das ist keine dumme Frage – im Gegenteil, es zeigt, dass du dir Gedanken machst und dich vorbereiten willst.
Alternativ kannst du auf der Website des Unternehmens nach Fotos schauen, um einen Eindruck von der Kleiderordnung zu bekommen. Auch Bewertungsportale oder Social-Media-Kanäle geben manchmal Hinweise.
Kleidung mit kleinem Budget
Du musst für dein Praktikum keine teure Garderobe kaufen. Viele grundlegende Stücke findest du günstig:
- Second-Hand-Läden – hier gibt es oft hochwertige Business-Kleidung zum kleinen Preis
- Kleidertausch – tausche mit Freunden oder Geschwistern
- Sale und Outlet – klassische Basics gibt es regelmäßig im Angebot
- Online-Marktplätze – Vinted, eBay Kleinanzeigen und ähnliche Plattformen bieten gute Deals
Investiere lieber in wenige, vielseitige Teile als in viele Einzelstücke. Ein dunkler Pullover, eine ordentliche Hose und saubere Schuhe reichen für die meisten Praktikumsplätze völlig aus.
Persönlicher Stil vs. Professionalität
Natürlich möchtest du auch im Praktikum du selbst sein. Das ist auch völlig in Ordnung! Du musst dich nicht komplett verkleiden. Finde einen Kompromiss zwischen deinem persönlichen Stil und der Erwartung des Unternehmens. Nach ein paar Tagen wirst du ein Gefühl dafür entwickeln, was passt und was nicht.
Denke daran: Das Praktikum ist eine befristete Zeit. Es schadet nicht, sich für ein paar Wochen etwas formeller zu kleiden als gewohnt. Der Lerneffekt und die berufliche Erfahrung sind es allemal wert!