Warum der Lebenslauf so wichtig ist
Der Lebenslauf ist neben dem Anschreiben das wichtigste Dokument deiner Praktikumsbewerbung. Er gibt dem Arbeitgeber einen schnellen Überblick über deine Person, deine schulische Laufbahn und deine bisherigen Erfahrungen. Während das Anschreiben deine Motivation zeigt, liefert der Lebenslauf die harten Fakten – klar strukturiert und übersichtlich.
Als Schüler hast du vielleicht das Gefühl, dass dein Lebenslauf noch „leer“ ist. Keine Sorge: Für eine Praktikumsbewerbung wird keine jahrelange Berufserfahrung erwartet. Wichtig ist, dass du die vorhandenen Informationen professionell und ansprechend präsentierst. Dieser Ratgeber zeigt dir genau, wie das geht.
Der tabellarische Lebenslauf: Standard für Schüler
In Deutschland ist der tabellarische Lebenslauf der Standard. Das bedeutet: Alle Informationen werden in einer zweispaltigen Tabelle dargestellt. Links steht die Kategorie oder der Zeitraum, rechts die dazugehörigen Angaben. So kann der Empfänger alle wichtigen Daten auf einen Blick erfassen.
Der tabellarische Lebenslauf wird antichronologisch geordnet: Das Neueste steht oben, das Älteste unten. So sieht der Leser sofort, was du aktuell machst.
Die einzelnen Abschnitte im Detail
1. Persönliche Daten
Ganz oben stehen deine persönlichen Daten:
- Vor- und Nachname
- Geburtsdatum und Geburtsort
- Adresse (Straße, PLZ, Ort)
- Telefonnummer (Handynummer, unter der du erreichbar bist)
- E-Mail-Adresse (professionell!)
Was du nicht angeben musst: Religionszugehörigkeit, Nationalität (sofern du in Deutschland lebst), Namen und Berufe deiner Eltern. Früher war das üblich, heute ist es nicht mehr nötig und kann sogar als veraltet wahrgenommen werden.
2. Schulbildung
Hier listest du deine schulische Laufbahn auf:
- Aktuelle Schule mit vollständigem Namen, Ort und Zeitraum (z.B. seit 2022: Schiller-Gymnasium, Hamburg)
- Voraussichtlicher Schulabschluss (z.B. angestrebter Abschluss: Abitur 2028)
- Falls zutreffend: vorherige Schulen mit Zeitraum
Grundschule musst du ab der 9. oder 10. Klasse nicht mehr aufführen – sie ist nicht mehr relevant für eine Praktikumsbewerbung.
3. Praktische Erfahrungen
Hier gehört alles rein, was zeigt, dass du bereits praktische Erfahrung gesammelt hast:
- Frühere Praktika mit Betrieb, Zeitraum und kurzer Tätigkeitsbeschreibung
- Nebenjobs (Zeitung austragen, Babysitten, Regale einräumen)
- Ferienjobs
- Ehrenamtliches Engagement (z.B. Schulsanitäter, freiwillige Feuerwehr, Nachhilfe geben)
Falls du noch gar keine praktische Erfahrung hast, lass diesen Abschnitt weg oder benenne ihn um in „Engagement und Aktivitäten“.
4. Kenntnisse und Fähigkeiten
Dieser Abschnitt ist besonders wichtig, um deinen Lebenslauf zu füllen:
- Sprachkenntnisse: Muttersprache + Fremdsprachen mit Niveau (Grundkenntnisse, gut, sehr gut, fließend)
- EDV-Kenntnisse: Word, Excel, PowerPoint, ggf. Programmiersprachen, Grafikprogramme
- Führerschein: falls vorhanden (Mofa, Roller, Auto)
- Weitere Kenntnisse: Erste-Hilfe-Kurs, Schwimmabzeichen, Musikinstrument
5. Hobbys und Interessen
Dieser Abschnitt ist optional, aber empfehlenswert. Er gibt dem Arbeitgeber einen Einblick in deine Persönlichkeit. Wähle Hobbys, die einen positiven Eindruck machen und idealerweise zum Praktikum passen:
- Gut: Mannschaftssport (zeigt Teamfähigkeit), Ehrenamt (zeigt Engagement), kreative Hobbys (zeigt Kreativität), Lesen (zeigt Wissensdurst)
- Weniger gut: „Zocken“, „Chillen“, „Netflix schauen“ – sie wirken nicht besonders engagiert
Schreibe nicht einfach nur „Fußball“, sondern „aktives Mitglied im Fußballverein TSV Musterstadt seit 2020“. Das klingt konkreter und engagierter.
Das Bewerbungsfoto
Ein Bewerbungsfoto ist in Deutschland keine Pflicht, aber nach wie vor üblich und empfehlenswert. Es macht deine Bewerbung persönlicher. Achte auf folgende Punkte:
- Das Foto sollte professionell wirken – kein Selfie, kein Partybild, kein Urlaubsfoto
- Am besten lässt du es bei einem Fotografen machen (kostet ca. 15–30 Euro)
- Trage gepflegte Kleidung, die zum angestrebten Berufsfeld passt
- Platziere das Foto oben rechts im Lebenslauf
- Format: ca. 4,5 x 6 cm, Hochformat
Gestaltung und Layout
Schriftart und Größe
Verwende eine gut lesbare, seriöse Schriftart:
- Empfohlen: Arial, Calibri, Helvetica oder Times New Roman
- Schriftgröße: 10–12 pt für den Fließtext, 12–14 pt für Überschriften
- Seitenränder: 2–2,5 cm auf jeder Seite
Umfang
Für Schüler gilt: Eine Seite reicht völlig aus. Du brauchst den Lebenslauf nicht künstlich aufzublähen. Wenn du viele Erfahrungen und Kenntnisse hast, darf es auch mal etwas mehr sein, aber überschreite nicht zwei Seiten.
Farben und Design
Dezente Farbakzente (zum Beispiel dunkelblaue Überschriften) sind erlaubt und können deinen Lebenslauf ansprechender machen. Übertreibe es aber nicht – knallbunte Designs wirken unseriös. Die Gestaltung sollte zum Berufsfeld passen: Für ein Praktikum in einer Werbeagentur darfst du kreativer sein als für eines in einer Bank.
Häufige Fehler im Schüler-Lebenslauf
- Rechtschreibfehler: Der Lebenslauf muss fehlerfrei sein! Lass ihn von mindestens einer Person gegenlesen
- Lücken im Zeitraum: Alle Angaben sollten lückenlos sein. Wenn du die Schule gewechselt hast, gib beide Schulen mit Zeitraum an
- Unpassendes Foto: Kein Selfie, kein Ganzkörperfoto, kein zugeschnittenes Gruppenbild
- Zu viele unwichtige Details: Grundschule, Kindergarten und jedes einzelne Hobby seit der Kindheit sind nicht nötig
- Falsches Datum: Vergiss nicht, Ort und Datum am Ende des Lebenslaufs zu aktualisieren
- Uneinheitliche Formatierung: Zeitangaben, Schriftgrößen und Abstände müssen durchgängig einheitlich sein
Datum und Unterschrift
Am Ende des Lebenslaufs steht linksbündig der Ort und das aktuelle Datum. Darunter folgt deine Unterschrift. Bei einer digitalen Bewerbung kannst du deine Unterschrift einscannen oder mit einem Grafiktablett digital unterschreiben. Die Unterschrift bestätigt, dass alle Angaben im Lebenslauf der Wahrheit entsprechen.